Clabin

Interdelta SA

Zusammensetzung

Wirkstoffe: Milchsäure 46 mg, Salicylsäure 140 mg, Resorcin 46 mg.

Hilfsstoffe: Äther, Pyroxylin, Ethylacetat und weitere Hilfsstoffe.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

1 g Lösung enthält: Milchsäure 46 mg, Salicylsäure 140 mg, Resorcin 46 mg.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Zur Entfernung von Warzen und Hühneraugen und zum Aufweichen von Hornhaut und Schwielen.

Für Erwachsene, Jugendliche und Kinder ab 3 Jahren.

Dosierung/Anwendung

Clabin 2–3mal täglich vorsichtig auf die veränderten Hautstellen auftragen, ohne die umliegende gesunde Haut zu benetzen, und trocknen lassen. Es bildet sich sofort ein zusammenhängender Film und das Anlegen eines Verbandes ist daher nicht erforderlich. Nach 3–4 Tagen die aufgeweichte Haut entfernen. Am einfachsten geschieht dies nach einem vorherigen heissen Seifenbad. Die Behandlung muss in der Regel (besonders bei Warzen) mehrfach wiederholt werden.

Anwendungsdauer: ca. 4–6 Wochen.

Die maximale tägliche Dosis für Erwachsene von 2 g darf nicht länger als 1 Woche angewendet werden. Für Kinder darf die Tagesdosis von 0,2 g nicht überschritten werden.

Die Anwendung und Sicherheit von Clabin bei Kindern und Jugendlichen ist bisher nicht geprüft worden.

Kontraindikationen

Bei Überempfindlichkeit auf einen der Inhaltsstoffe darf Clabin nicht angewendet werden. Eine allfällige Entzündung oder Verletzung der zu behandelnden Hautpartie ist auszuheilen, bevor Clabin angewendet wird.

Clabin darf nicht auf geschädigter Haut oder grossflächig angewendet werden (insbesondere nicht grossflächig in der Stillzeit).

Clabin darf nicht im Gesicht oder im Genitalbereich angewendet werden.

Clabin sollte nicht auf Muttermale oder behaarte Warzen aufgetragen werden.

Säuglinge und Kinder bis zum Alter von 3 Jahren dürfen nicht mit Clabin behandelt werden.

Keine Anwendung bei Patienten mit Niereninsuffizienz.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Vorsicht bei Diabetes mellitus oder schlechter Blutzirkulation.

Clabin nicht mit den Augen oder Schleimhäuten in Berührung bringen.

Nicht im Gesicht oder Genitalbereich anwenden.

Im Zweifelsfall ist der Arzt aufzusuchen.

Wegen der Ätzwirkung des Präparates ist Clabin nicht in Berührung mit gesunder Haut zu bringen.

Warzen sind übertragbar! Um eine Infektionsausbreitung zu verhindern, sollte das eigene Handtuch nie zur Mitbenutzung an andere weitergegeben werden. Bei Vorhandensein von Fusswarzen nicht barfuss gehen.

Interaktionen

Es wurden keine Interaktionsstudien mit Clabin durchgeführt.

Salicylsäure kann die Permeation lokal applizierter Arzneimittel verstärken. Die resorbierte Salicylsäure verzögert den Abbau von Methotrexat und verstärkt die Wirkung von Sulfonylharnstoffen.

Schwangerschaft/Stillzeit

Salicylsäure geht in die Muttermilch über. Auch wenn die Menge, die bei der lokalen Applikation resorbiert wird, gering ist, wird vorsichtshalber davon abgeraten, Clabin während der Schwangerschaft oder Stillzeit anzuwenden, es sei denn dies ist zwingend notwendig.

Clabin darf nicht an der stillenden Brust angewendet werden. Die zufällige Aufnahme von Clabin durch den Säugling durch Kontakt mit der behandelten Körperstelle muss vermieden werden. Sollte der Arzt eine regelmässige Behandlung grosser Hautflächen mit Clabin für notwendig halten, so ist frühzeitig abzustillen, da Risiken wegen mangelnder Entgiftung bei Neugeborenen nicht auszuschliessen sind.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine entsprechenden Studien durchgeführt.

Unerwünschte Wirkungen

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

«Sehr häufig» (≥1/10); «häufig» (<1/10, ≥1/100); «gelegentlich» (<1/100, ≥1/1000); «selten» (<1/1000, ≥1/10'000); «sehr selten» (<1/10'000); nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes:

Gelegentlich: Brennen oder Hautreizungen.

Gelegentlich: leichtes und bei häufigerem Auftragen auch stärkeres Brennen besonders auf der die behandelten Hautstellen umgebenden gesunden Haut. Im Fall übermässiger Reizung sollte die Behandlung zwischenzeitlich unterbrochen und nach Abklingen der Reaktion wieder aufgenommen werden.

Ferner sind in sehr seltenen Fällen beschrieben worden: allergische Kontaktdermatitis, Teleangiektasien, braune Flecken, Photosensibilisierung, Dermatitis, Verdünnung der Epidermis, Pigmentierung, Depigmentierung.

Überdosierung

Es wurden keine Fälle von Überdosierung berichtet.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: D02AF

Pharmakotherapeutische Gruppe: Keratolytikum

Clabin ist eine Lösung zur äusserlichen Anwendung mit ätzender und keratolytischer Wirkung.

Clabin wird daher verwendet zur Entfernung von Warzen und Hühneraugen und zum Aufweichen von Hornhaut und Schwielen. Nach dem Auftragen von Clabin bildet sich ein zusammenhängender Film und das Anlegen eines Verbandes ist daher nicht erforderlich. Dieser Film lässt die Wirkstoffe über längere Zeit auf der erkrankten Hautstelle einwirken, wodurch allmählich eine Erweichung und Ablösung der Hornschicht erfolgt.

Salicylsäure: Salicylsäure ist ein nicht-steroidaler Entzündungshemmer aus der Gruppe der Salicylate mit schmerzlindernden, fiebersenkenden, entzündungshemmenden und hornhautauflösenden (keratolytischen) Eigenschaften. Salicylsäure wird medizinisch ausschliesslich äusserlich zur Auflösung von Hornhaut verwendet. Neben einer allgemein entzündungshemmenden Wirkung scheint Salicylsäure über eine prostaglandinsynthesehemmende Wirkung zu verfügen.

Salicylsäure-haltige Zubereitungen wirken bei lokaler Anwendung auf der Haut schwach antimikrobiell gegen grampositive und gramnegative Bakterien, pathogene Hefen, Dermatophyten und Schimmelpilze. Milchsäure: Milchsäure wirkt antiseptisch und ätzend. Als Bestandteil der «Natural Moisturizing Factors» stellt sie eine stark hygroskopische Substanz dar, die den Wassergehalt des Stratum corneum und seine Dehnbarkeit erhöht.

Es findet eine relativ starke Adsorption der Milchsäure am Stratum corneum statt.

Milchsäure ist ebenso wie verschiedene andere Alpha-Hydroxysäuren keratoplastisch wirksam.

Resorcin: Medizinisch findet Resorcin äusserlich als Antiseptikum bei Hautkrankheiten wie Akne und als mildes Ätzmittel Verwendung; es wirkt keratolytisch. Resorcin wird über die Haut schnell resorbiert. Nach Resorption hoher Dosen kann Resorcin Gewebsnekrosen verursachen sowie systemische Toxizität zeigen.

Pharmakokinetik

Absorption

Salicylsäure: Salicylsäure wird von der Haut leicht und schnell resorbiert. Die Penetration nimmt bei erhöhtem Hydratationsgrad der Haut zu. Niedrige und hohe pH-Werte begünstigen die Absorption der Salicylsäure, bei mittlerem pH (5–7) ist sie geringer. Nach der perkutanen Resorption verteilt sich die Salicylsäure auf den Extrazellularraum.

Resorcin: Resorcin wird über die Haut schnell resorbiert. Nach Resorption hoher Dosen kann Resorcin Gewebsnekrosen verursachen sowie systemische Toxizität zeigen.

Metabolismus und Elimination

Salicylsäure

Die Halbwertszeit der Salicylsäure im Blut liegt zwischen 2,5 und 4 Stunden. Sie wird stark vom pH-Wert beeinflusst. Ca. 50–80% des im Blut vorhandenen Salicylates ist an Albumin gebunden.

Hauptmetaboliten sind Salicylursäure und Glucuronide. Möglicherweise ist auch die Haut an der Glucuronidbildung beteiligt. Die Ausscheidung der Salicylursäure und ihrer Metaboliten erfolgt vorwiegend renal.

Resorcin

Resorcin wurde bei Ratten grösstenteils schnell renal als Glucuronid eliminiert.

Präklinische Daten

Mit Clabin wurden keine sicherheitspharmakologischen und toxikologischen Studien durchgeführt. Hingegen sind Studien mit den Einzelwirkstoffen vorhanden. Bei bestimmungsgemässen Gebrauch lassen die präklinischen Daten keine speziellen Gefahren für den Menschen erkennen.

Salicylsäure

Salicylsäure hat eine geringe akute Toxizität. Nach topischer Verabreichung können Hautreaktionen induziert werden. Von Salicylsäure sind bisher keine mutagenen, genotoxischen, kanzerogenen oder teratogenen Wirkungen bekannt.

Milchsäure

Standardmässige Untersuchungen der akuten und chronischen Toxizität wie auch der Genotoxizität ergaben keine Hinweise auf besondere Risiken beim Menschen.

Resorcin

In-vitro- und In-vivo-Tests mit Resorcin zeigten keine mutagenen Wirkungen. In Langzeituntersuchungen in Mäusen zeigte Resorcin nach dermaler Applikation kein tumorerzeugendes Potential.

Sonstige Hinweise

Lösung nicht auf Kleider bringen, da die entstehenden Flecken nicht mehr zu entfernen sind.

Die Flasche ist nach Gebrauch stets rasch und gut zu verschliessen, da die Lösung schnell verdunstet.

Die Lösung ist feuergefährlich.

Das Arzneimittel ist vor Hitze geschützt bei Raumtemperatur (15-25 °C) aufzubewahren.

Das Arzneimittel ist ausser Reichweite von Kindern aufzubewahren.

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» gekennzeichneten Datum verwendet werden.

Zulassungsnummer

29167 (Swissmedic).

Packungen

Clabin Lös. 8 g, (D)

Zulassungsinhaberin

Interdelta SA, 1762 Givisiez.

Stand der Information

November 2018.