MeningitecÒ
Zusammensetzung
Wirkstoff: Meningokokken Serogruppe C Oligosaccharid Konjugatimpfstoff (adsorbiert).
Hilfsstoffe: Aluminiumphosphat, Natriumchlorid, Wasser für Injektionszwecke.
Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit
Suspension zur i.m. Injektion. Nach Aufschütteln ist der Impfstoff eine homogene, weisse Suspension.
Eine Impfdosis (0,5 ml Suspension) enthält:
Neisseria meningitidis Serogruppe C Oligosaccharid (10 Mikrogramm) konjugiert an Corynebacterium diphtheriae CRM197-Trägerprotein (ungefähr 15 Mikrogramm) adsorbiert an Aluminiumphosphat.
Indikationen / Anwendungsmöglichkeiten
Aktive Immunisierung von Kindern ab 2 Monaten, Jugendlichen und Erwachsenen zur Vorbeugung einer invasiven Erkrankung, hervorgerufen durch Neisseria meningitidis der Serogruppe C.
Dosierung / Anwendung
Dosierung
Säuglinge unter 12 Monaten: drei Dosen von jeweils 0,5 ml, wobei die erste Dosis nicht vor dem Alter von 2 Monaten und mit einem Abstand von mindestens 1 Monat zwischen den einzelnen Dosen verabreicht wird.
Kinder ab dem 1. Geburtstag, Jugendliche und Erwachsene: eine Einzeldosis von 0,5 ml.
Auffrischimpfungen
Für Kinder, die ihre Grundimmunisierung im Säuglingsalter erhalten haben, wird eine Auffrischimpfung empfohlen. Die Notwendigkeit einer Auffrischimpfung für Kinder, die mit einer Einzeldosis grundimmunisiert wurden (d.h. im Alter von 12 Monaten oder älter), ist noch nicht ausreichend begründet.
Die geltenden nationalen Impfempfehlungen werden jeweils im BAG-Bulletin publiziert und sind zu beachten.
Anwendung
Meningitec ist vorgesehen für die intramuskuläre Injektion, bei Säuglingen vorzugsweise in den anterolateralen Oberschenkel, bei älteren Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in die deltoide Region. Die Injektion sollte vorsichtig erfolgen, damit keine Nerven oder Blutgefässe verletzt werden. Ebenso sollte sie nicht in die Gluteal-Region erfolgen, um eine mögliche Verletzung des Ischiasnervs zu vermeiden.
Der Impfstoff darf nicht intrakutan, subkutan oder intravenös verabreicht werden.
Bei gleichzeitiger Gabe mehrerer Impfstoffe sind verschiedene Injektionsstellen zu wählen. Dieser Impfstoff darf nicht mit anderen Impfstoffen in der gleichen Injektionsspritze gemischt werden.
Kontraindikationen
Überempfindlichkeit gegen einen der Bestandteile des Impfstoffes, einschliesslich des Diphtherietoxoids.
Überempfindlichkeit gegen Impfstoffe, die Diphtherietoxoid oder nicht-toxisches Diphtherietoxin-Protein (CRM 197) enthalten.
Wenn allergische oder anaphylaktoide/anaphylaktische Reaktionen nach einer vorherigen Gabe von Meningitec auftraten.
Wie bei anderen Impfstoffen sollte die Verabreichung von Meningitec bei Patienten, die unter akuter schwerer fiebriger Erkrankung leiden, verschoben werden.
Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen
Wie bei allen injizierbaren Impfstoffen sollte eine geeignete medizinische Versorgung und Überwachung immer verfügbar sein, falls es nach Verabreichung des Impfstoffes zu einer seltenen anaphylaktoiden/anaphylaktischen Reaktion kommen sollte.
Meningitec bietet keinen 100%igen Schutz gegen Infektionen durch Meningokokken der Serogruppe C. Meningitec bietet nur Schutz gegen Neisseria meningitidis der Serogruppe C. Er bietet keinen Schutz gegen andere Serogruppen der Neisseria meningitidis oder andere Organismen, die Meningitis oder Septikämie verursachen. Beim Auftreten von Petechien und/oder Purpura nach einer Impfung (siehe „Unerwünschte Wirkungen“) sollte die Ätiologie sorgfältig abgeklärt werden. Sowohl infektiöse als auch nicht-infektiöse Ursachen sollten in Betracht gezogen werden.
Es liegen begrenzte Daten zur Anwendung von Meningitec bei immundefizienten Personen vor. Personen mit eingeschränkter Immunantwort (entweder bedingt durch eine immunsuppressive Therapie, einen genetischen Defekt, eine HIV-Infektion oder durch andere Ursachen) können mit einer verminderten Antikörperantwort auf Meningokokken C-Konjugatimpfstoffe reagieren. Der Einfluss auf den tatsächlichen Impfschutz ist unbekannt, da dies auch davon abhängt, ob durch die Impfung ein immunologisches Gedächtnis induziert wurde. Personen mit Komplementdefekten und Personen mit funktioneller oder anatomischer Asplenie können eine Antwort auf Meningokokken C-Konjugatimpfstoffe zeigen; jedoch ist das Ausmass des Schutzes, der erreicht wird, nicht bekannt.
Wie bei allen intramuskulären Injektionen sollte der Impfstoff vorsichtig an Personen verabreicht werden, die unter Thrombozytopenie oder einer Blutgerinnungsstörung leiden oder mit Antikoagulantien behandelt werden.
Die Immunisierung mit diesem Impfstoff ersetzt nicht die Routine-Diphtherieimpfung.
Meningitec darf unter keinen Umständen intravasal verabreicht werden.
Obwohl Symptome einer Meningitis wie Nackenschmerzen und -steifheit oder Photophobie berichtet wurden, gibt es keinen Hinweis darauf, dass der Impfstoff eine Meningitis verursacht. Es sollte daher an die Möglichkeit einer zeitgleichen Meningitis-Infektion gedacht werden.
Vor der Initiierung eines ausgedehnten Impfprogramms sollten das Risiko einer Erkrankung durch Neisseria meningitidis der Serogruppe C in dieser Bevölkerungsgruppe und der zu erwartende Nutzen der Impfung abgewogen werden.
Es liegen keine Daten über die Anwendung des Impfstoffes zur Kontrolle einer Epidemie vor.
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Meningitec bei Säuglingen unter 2 Monaten ist noch nicht bewiesen.
Zur Sicherheit und Immunogenität des Impfstoffs bei Erwachsenen liegen nur begrenzte Daten vor. Für Personen über 65 Jahren gibt es keine Daten.
Das mögliche Risiko von Apnoen und die Notwendigkeit einer 48-72 Stunden langen respiratorischen Überwachung sollte erwogen werden, wenn die Grundimmunisierung an sehr unreife Frühgeborene (geboren in oder vor der 28. Schwangerschaftswoche) und insbesondere an solche mit anamnestisch unreifen Atemwegen verabreicht wird.
Interaktionen
Meningitec darf nicht mit anderen Impfstoffen in derselben Spritze gemischt werden. Verschiedene Impfstoffe sollten an verschiedenen Injektionsstellen verabreicht werden.
Die Anwendung von Meningitec zeitgleich (aber bei injizierbaren Impfstoffen an unterschiedlichen Injektionsstellen) mit den nachfolgend aufgeführten Impfstoffen führte in klinischen Studien bei keinem der Antigene zu einer verringerten Immunantwort:
Oraler Polioimpfstoff (OPV); inaktivierter Polioimpfstoff (IPV); Hepatitis-B Impfstoff (HBV); Diphtherie- und Tetanus-Monoimpfstoffe (D oder T) oder in Kombination (DT oder dT) oder in Kombination mit Ganzkeimpertussis- oder azellulärem Pertussis-Impfstoff (DTwP oder DTaP); Haemophilus influenza Typ-b-Impfstoff (Hib alleine oder in Kombination mit anderen Antigenen) oder Masern-Mumps-Röteln Kombinationsimpfstoffe (MMR).
Bezüglich der geometrischen Mittelwerte der Antikörperkonzentrationen (Geometric Mean Antibody Concentrations, GMCs) oder Titer (GMTs) wurden geringfügige Unterschiede zwischen den Studien festgestellt; die klinische Signifikanz dieser Beobachtungen ist jedoch, wenn überhaupt vorhanden, unbekannt.
Die Daten zur gleichzeitigen Anwendung von Meningitec mit azellulärem Pertussisimpfstoff (DTaP) oder inaktiviertem Polioimpfstoff (IPV) stammen aus klinischen Studien, in denen entweder Meningitec oder das selbe Meningokokken C Konjugat wie in Meningitec, das in einem sich in Untersuchung befindlichen Pneumokokkenkonjugat-Kombinationsimpfstoff enthalten ist, verabreicht wurde, und aus einer Studie zur gleichzeitigen Anwendung mit dem pädiatrischen Kombinationsimpfstoff Infanrix hexa (DTaP-HBV-IPV/Hib).
In mehreren Studien mit unterschiedlichen Impfstoffen, hat die gleichzeitige Anwendung von Meningokokken Gruppe C Konjugatimpfstoffen mit Kombinationsimpfstoffen, die eine azelluläre Pertussis-Komponente enthalten (mit oder ohne inaktivierte Polio-Viren, Hepatitis B Oberflächenantigen oder Hib Konjugaten) zu niedrigeren geometrischen mittleren Titern (GMTs) der bakteriziden Antikörper im Serum (SBA) geführt im Vergleich zu einer getrennten Anwendung oder im Vergleich zur gleichzeitigen Anwendung mit Ganzkeim-Pertussis-Impfstoffen. Der Anteil der Geimpften, welche mindestens einen SBA-Titer von 1/8 oder 1/128 erreichten, war jedoch nicht beeinträchtigt. Zur Zeit sind die möglichen Implikationen dieser Beobachtungen auf die Dauer der Schutzwirkung nicht bekannt.
In der offenen, randomisierten, Placebo kontrollierten klinischen Studie 6114A1-500 wurde die gleichzeitige Verabreichung von Meningitec (zwei Dosen im Alter von 2 und 6 Monaten und einer Boosterimpfung ungefähr im Alter von 12 Monaten) und Prevenar (7-valenter konjugierter Pneumokokkenimpfstoff, 3 Dosen im Alter von 2, 3.5 und 6 Monaten und eine Boosterimpfung mit ungefähr 12 Monaten) verglichen mit einer getrennten Verabreichung. Es gab keine Hinweise auf eine immunologische Interferenz zwischen den beiden Konjugat-Impfstoffen, weder nach der Grundimmunisierung, noch nach der Boosterimpfung (siehe "Eigenschaften/Wirkungen").
Es gibt keine Placebo kontrollierte Studie, die die Immunogenität und die Sicherheit von Meningitec alleine oder in gleichzeitiger Kombination mit Prevenar 13 direkt verglichen hat. Die randomisierte, aktiv kontrollierte Studie 6096A1-501 verglich an 618 Kleinkindern eine Immunisierung mit 2 Dosen Meningitec nach 2 und 4 Monaten und einer 3. Dosis Meningitec nach 15 Monaten bei gleichzeitiger Verabreichung von Prevenar 13 bzw. Prevenar (7-valenter Pneumokokken-Konjugatimpfstoff, der in der Schweiz nicht mehr verwendet wird) gemäss dem Schema 2, 4, 6 und 15 Monate. Zusätzlich wurden allen Probanden in beiden Armen Infanrix hexa (DTPa-HBV-IPV/Hib) nach 2, 4, 6 Monaten und Infanrix-IPV+Hib (DTPa-HBV-IPV/Hib) nach 15 Monaten verabreicht. Bezüglich der Wirkung von Meningitec (SBA-MenC, Serumkomplement bindende bakterizide Antikörper) zeigten sich nach 2 Dosen Meningitec in gleichzeitiger Kombination mit Prevenar 13 mittlere geometrische Titer von 191, während bei Kombination mit Prevenar mittlere geometrische Titer von 266 gemessen wurden.
Nach 3 Dosen Meningitec betrugen die mittleren geometrischen Titer der SBA-MenC 432 (Prevenar 13 Gruppe) zu 731 (Prevenar Gruppe), was die vorgegeben ≤10% Kriterien zur Nicht-Unterlegenheit nicht einhielt und einen statistisch signifikanten Unterschied darstellte. Die definierten, mit einem Schutz assoziierten Schwellen für anti-Pneumokokken Antikörper (ELISA ≥0,35 µg/mL) wurden nach 2 Dosen Meningitec zusammen mit Prevenar 13 nicht bei allen Probanden in der Prevenar 13 Gruppe bezüglich aller Pneumokokken Typen erreicht. Beim Typ 6B lag das Ergebnis mit 57,3% und beim Typ 23F mit 68,1% unter den anderen Pneumokokken Typen, die höhere Werte als 84% erreichten. Nach 3 Dosen Meningitec verabreicht zusammen mit Prevenar 13 wurde der Schwellenwert (ELISA ≥0,35 µg/mL) für Pneumokokken Typ 3 von 90,3% der Probanden und Pneumokokken Typ 23F von 94,6% erreicht, während bei den übrigen Pneumokokken Serotypen Schwellenwerte höher als diese Schwellen von mehr als 97% der Probanden erreicht wurden. Die lokale und systemische Reaktogenität für Prevenar 13 war bei gleichzeitiger Verabreichung mit Prevenar 13 etwas erhöht im Vergleich zu Prevenar. In beiden Armen traten febrile Konvulsionen auf. Ein von insgesamt 4 Ereignissen, das 2 Tage nach der 3. Dosis in der Prevenar Gruppe auftrat, wurde von den Untersuchern auf die Impfstoffverabreichung zurückgeführt. Alle Ereignisse von febrilen Konvulsionen klangen ohne Folgen ab. Aufgrund der Daten der Studie 6096A1-501 muss eine gleichzeitige Verabreichung von Meningitec und Prevenar 13 bezüglich der Vor- und Nachteile sorgfältig abgewogen werden.
Daten aus einer Phase-II klinischen Prüfung einer nicht mehr in der Entwicklung befindlichen Kombination von Impfstoffen (9-valenter Pneumokokken-CRM197- Konjugatimpfstoff [9vPnC] und Meningokokken-Serogruppe C-CRM197- Konjugatimpfstoff [MnCC, entsprechend Meningitec]), der unter anderem die gleichen sieben konjugierten Pneumokokken-Serotypen wie Prevenar enthielt, zeigen, dass die Titer der bakteriziden Meningokokken Serogruppe C (MnC) bei den mit dieser Kombination geimpften Kindern niedriger waren als bei denen, die Meningitec als Monoimpfstoff erhielten, obwohl fast alle (94%-100%) Geimpften einen SBA-Titer von mindestens 1:8 erreichten.
Diese Studie unter Anwendung eines 2, 3 und 4 Monate-Impfschemas zeigte, dass 75% und 79% der in zwei Gruppen Geimpften, die Meningitec als Monoimpfstoff zur Grundimmunisierung erhielten, im Alter von 12 Monaten noch einen SBA-Titer von mindestens 1:8 erreichten, im Vergleich zu lediglich 28% und 31% in den zwei Gruppen, die die in der Entwicklung befindliche Impfstoffkombination 9-valenter Pneumokokken Impfstoff/Meningitec zur Grundimmunisierung erhielten. Einen Monat nach der zwölf-Monats-Boosterimpfung hatten 100% der Meningitec-Gruppe sowie 100% der Impfstoffkombination 9-valenter Pneumokokken Impfstoff/Meningitec-Gruppe einen SBA–Titer von mindestens 1:8.
Vor einer gleichzeitigen Verabreichung von Meningitec und einem Pneumokokken-Konjugatimpfstoff nach einem 2, 3 und 4-Monate- oder einem anderen Grundimmunisierungs-Impfschema sollte die mögliche immunologische Interferenz der Antikörperantwort zwischen Meningitec und konjugierten Pneumokokken Impfstoffen berücksichtigt werden. Nach gleichzeitiger Grundimmunisierung mit Meningitec und konjugierten Pneumokokken Impfstoffen sollte ausserdem überlegt werden, in welchem Alter die Boosterimpfung verabreicht werden soll.
Schwangerschaft/Stillzeit
Es liegen keine adäquaten Daten zur Anwendung des Impfstoffs bei schwangeren Frauen vor. Tierversuche zur Auswirkung auf die Schwangerschaft und die Embryonal-/Foetalentwicklung, Entbindung und postnatale Entwicklung sind nur unzureichend (siehe „Präklinische Daten“). Das mögliche Risiko für Menschen ist nicht bekannt.
Die Anwendung von Meningitec in der Schwangerschaft wird nicht empfohlen.
Die Sicherheit von Meningitec während der Stillzeit ist nicht belegt. Es ist unbekannt, ob Impfstoff-Antigene oder Antikörper mit der Muttermilch ausgeschieden werden.
Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen
Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen durchgeführt.
Einige der im Kapitel „Unerwünschte Wirkungen“ aufgeführten Reaktionen, wie Schwindel und Schläfrigkeit, können die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen beeinflussen.
Unerwünschte Wirkungen
Häufigkeitsangaben
Sehr häufig: ≥1/10
Häufig: ≥1/100 bis <1/10
Gelegentlich: ≥1/1000 bis <1/100
Selten: ≥1/10'000 bis <1/1'000
Sehr selten: <1/10'000
Nebenwirkungen aus klinischen Studien:
Die Nebenwirkungen, die über alle Altersgruppen berichtet wurden, werden nachstehend aufgeführt. Die Nebenwirkungen wurden am Tag der Impfung und an den drei darauf folgenden Tagen erfasst. Die meisten der Nebenwirkungen waren vorübergehender Natur und bildeten sich innerhalb der Nachbeobachtungszeit zurück.
In allen Altersgruppen sind Reaktionen an der Einstichstelle (einschl. Rötung, Schwellung und Druckempfindlichkeit/-schmerz) sehr verbreitet. Diese sind jedoch normalerweise nicht klinisch signifikant. Rötung oder Schwellungen von mindestens 3 cm und Druckempfindlichkeit, die die Bewegungsfähigkeit über mehr als 48 Stunden einschränkt, wurden selten beobachtet. Vorübergehende Empfindlichkeit der Injektionsstelle wurde von 70% aller Erwachsenen während einer klinischen Prüfung berichtet.
Fieber mit wenigstens 38.0 °C tritt häufig bei Säuglingen und Kleinkindern und sehr häufig bei Vorschulkindern auf, überschreitet aber normalerweise nicht 39.1 °C, besonders in den höheren Altersstufen.
Bei Kleinkindern und Säuglingen waren Symptome wie Weinen häufig, Benommenheit, Schlafstörungen, Anorexie, Diarrhoe und Erbrechen nach erfolgter Impfung sehr häufig. Gereiztheit war sehr häufig bei Säuglingen und Kleinkindern und häufig bei Vorschulkindern (3,5 – 6 Jahre). Es gibt keine Anzeichen dafür, dass diese eher mit Meningitec in Zusammenhang standen als mit den gleichzeitig verabreichten anderen Impfstoffen, besonders dem DTP-Impfstoff.
In klinischen Studien, in denen bei Säuglingen Impfschemen mit 3 Dosen (2, 3 und 4 Monate oder 2, 4 und 6 Monate) untersucht wurden, stieg, mit Ausnahme des Fiebers ³ 38°C, die Häufigkeit der Nebenwirkungen mit den nachfolgenden Dosen nicht an. Es sollte dabei berücksichtigt werden, dass die Kinder in diesen Studien zeitgleich mit Meningitec andere im Impfplan vorgesehene Impfstoffe erhielten.
Über Myalgien bei Erwachsenen wurde häufig berichtet. Schläfrigkeit bei Kindern im Alter von 3,5 bis 6 Jahren und bei Erwachsenen trat häufig auf. Kopfschmerzen waren bei Kindern im Alter von 3,5 bis 6 Jahren häufig und bei Erwachsenen sehr häufig.
Nebenwirkungen, die in allen Altersgruppen beobachtet wurden, sind nachstehend aufgeführt:
Allgemeine Nebenwirkungen und Reaktionen an der Injektionsstelle
Sehr häufig: Reaktionen an der Injektionsstelle (wie z.B. Rötung – im Alter von 2 Monaten: 12%, im Alter von 18-24 Monaten: 18%, im Alter von 3,5 – 6 Jahren: 39%; Schwellung - im Alter von 2 Monaten: 8%, im Alter von 18-24 Monaten: 10%, im Alter von 3,5 – 6 Jahren: 22%; Schmerz/Druckempfindlichkeit - im Alter von 2 Monaten: 20%, im Alter von 18-24 Monaten: 7%, im Alter von 3,5 – 6 Jahren: 36%)
Häufig: Fieber ³ 38°C
Weitere Nebenwirkungen, die bei Säuglingen (erstes Lebensjahr) und Kleinkindern (zweites Lebensjahr) beobachtet wurden, werden nachstehend aufgeführt:
Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
Sehr häufig: Appetitlosigkeit (23%)
Psychiatrische Störungen
Sehr häufig: Reizbarkeit (61%)
Häufig: Weinen
Störungen des Nervensystems
Sehr häufig: Schläfrigkeit (37%), Schlafstörungen (23%)
Gastrointestinale Störungen
Sehr häufig: Erbrechen (14%), Durchfall (10%)
Weitere Nebenwirkungen, die bei älteren Kindern und Erwachsenen (4 bis 60 Jahre) beobachtet wurden, schlossen mit ein:
Psychiatrische Störungen
Häufig: Reizbarkeit (Kinder im Alter von 3,5 bis 6 Jahren)
Störungen des Nervensystems
Sehr häufig: Kopfschmerzen (Erwachsene) (13%)
Häufig: Schläfrigkeit, Kopfschmerzen (Kinder im Alter von 3,5 bis 6 Jahren)
Funktionsstörungen des Bewegungsapparates, des Bindegewebes und der Knochen
Häufig: Myalgie (Erwachsene)
Nebenwirkungen, die nach der Markteinführung beobachtet wurden (alle Altersgruppen):
Diese Häufigkeitsangeben basieren auf Spontanmeldungen und wurden unter Verwendung der Anzahl der Berichte und der ausgelieferten Dosen errechnet.
Störungen des Blut- und Lymphsystems
Sehr selten: Lymphadenopathie, Thrombozytopenie (ITP)
Störungen des Immunsystems
Sehr selten: Anaphylaktische/anaphylaktoide Reaktionen einschliesslich Schock, Überempfindlichkeitsreaktionen einschliesslich Bronchospasmus, Gesichtsödem und Angioödeme
Störungen des Nervensystems
Sehr selten: Schwindel, Ohnmacht, Krämpfe (Konvulsionen) einschl. Fieberkrämpfen und Krampfanfällen bei Patienten mit zuvor bestehenden Anfallsleiden, Hypästhesie, Parästhesie und Hypotonie (einschliesslich hypotonisch-hyporesponsive Episoden (HHE))
Es gibt Einzelfallberichte über Krampfanfälle nach einer Impfung mit Meningitec, jedoch erholten sich die Betroffenen normalerweise schnell. Einige dieser Krampfanfälle könnten Ohnmachten gewesen sein. Die berichtete Anfallsrate lag unter der Hintergrundrate für Epilepsie bei Kindern. Bei Säuglingen traten Anfälle normalerweise in Verbindung mit Fieber auf und waren wahrscheinlich Fieberkrämpfe.
Es gibt spontane Einzelfallberichte über hypotonisch-hyporesponsive Episoden (HHE) - ein Zustand, der sich durch Hypotonie und reduzierter Ansprechbarkeit in Verbindung mit Blässe oder Zyanose äussert - in zeitlichem Zusammenhang mit der Verabreichung des Meningokokken C Konjugatimpfstoffes. In den meisten Fällen wurde der Meningokokken C Konjugatimpfstoff gleichzeitig mit anderen Impfstoffen verabreicht, welche mehrheitlich eine Pertussis-Komponente enthielten.
Gastrointestinale Störungen
Sehr selten: Erbrechen, Übelkeit, Bauchschmerzen
Funktionsstörungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
Sehr selten: Rötung, Urtikaria, Pruritus, Erythema multiforme, Stevens-Johnson Syndrom
Funktionsstörungen des Bewegungsapparates, des Bindegewebes und der Knochen
Sehr selten: Arthralgie
Allgemeine Nebenwirkungen und Reaktionen an der Injektionsstelle
Sehr selten: Blasen, Dermatitis, Urticaria, Verhärtung, Knoten, Pruritus.
Funktionsstörungen der Nieren und ableitenden Harnwege
Im Zusammenhang mit Meningokokken Gruppe C Konjugatimpfstoffen wurde über Rückfälle des nephrotischen Syndroms berichtet.
Sehr selten wurde über das Auftreten von Petechien und/oder Purpura nach einer Impfung berichtet (siehe Kapitel „Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen“).
Apnoe bei sehr unreifen Frühgeborenen (in oder vor der 28. Schwangerschaftswoche) (siehe „Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen“).
Überdosierung
Es gab Berichte zu Überdosierungen mit Meningitec, einschliesslich Fällen über die Anwendung von höheren als den für eine Impfung empfohlenen Dosierungen. Auch wurde über Fälle berichtet, in denen die empfohlenen Mindestabstände zwischen den einzelnen Dosen verkürzt wurden und Fälle, in denen mehr als die empfohlenen Impfdosen verabreicht wurden. Die meisten Impflinge zeigten keine Symptome. Im Allgemeinen waren die nach Überdosierung berichteten Nebenwirkungen auch im Zusammenhang mit der empfohlenen Einzelgabe von Meningitec berichtet worden.
Eigenschaften / Wirkungen
ATC-Code: J07AH07
Bei Meningitec handelt es sich um eine sterile Suspension aus Sacchariden des Kapsel-Antigens der Neisseria meningitidis Serogruppe C, welche mit dem Diphtherie-CRM197-Protein konjugiert sind.
Klinische Wirksamkeit
Immunogenität
Es wurden keine prospektiven Wirksamkeitsstudien durchgeführt. Die serologischen Korrelate für die Schutzwirkung wurden für die konjugierten Meningokokken Impfstoffe der Gruppe C noch nicht eindeutig festgelegt. Diese Studien laufen zur Zeit noch.
Für den bakteriziden Serum-Antikörper Assay (SBA), auf den sich der folgende Text bezieht, wurde Kaninchenserum als Komplementquelle angewandt.
Grundimmunisierung bei Säuglingen
Zwischen 98% und 99,5% der Säuglinge, denen Meningitec entweder nach dem 2, 3, 4-Monatsschema (n=55), dem 2, 4, 6-Monatsschema (n=218) oder dem 3, 5, 7-Monatsschema (n=214) verabreicht wurde, entwickelten nach der zweiten Dosis bakterizide Serum-Antikörper Titer von mindestens 1/8.
Studie mit Meningitec-Gaben im Alter | Nach zweiter Dosis |
2, 3, 4 Monate; gemeinsam mit DTwP-Hib und OPV | 98% (766) n = 55 |
3, 5, 7 Monate; Verabreichung als Monoimpfstoff | 99,5% (1591)# n= 214 |
2, 4, 6 Monate; gemeinsam mit DTaP-HBV–IPV/Hib | 99,5%(1034)# n=218 |
# gemessen 2 Monate nach der zweiten Dosis
Auffrischungsimpfung bei Kleinkindern
Eine Auffrischungsimpfung im zweiten Lebensjahr induziert eine anamnestische Antwort: In einer Phase II Studie wurde gezeigt, dass 49 Kinder, die eine Auffrischungsimpfung erhalten hatten (im Anschluss an ein 2,4,6-Monatsschema für Säuglinge) bakterizide Antikörpertiter von mindestens 1/8 entwickelten. Die geltenden nationalen Impfempfehlungen gemäss Schweizerischem Impfplan (BAG-Bulletin) sind zu beachten.
Immunogenität einer Einzeldosis als Grundimmunisierung bei Kleinkindern
91% von 75 Kleinkindern im Alter von 13 Monaten entwickelten einen SBA Titer ³ 1/8, wobei 89% dieser 75 Kleinkinder nach Verabreichung einer Einzeldosis von Meningitec einen vierfachen Anstieg, verglichen mit dem Titer vor der Impfung aufwiesen.
Immunogenität einer Einzeldosis als Grundimmunisierung bei Erwachsenen
In einer doppelblind randomisierten Studie (n = 30) erreichten alle 15 Erwachsenen zwischen 18 und 60 Jahren, die eine Einzeldosis Meningitec erhielten, einen SBA-Titer von ³1/8 und einen vierfachen Anstieg des Antikörpertiters.
Es liegen keine Daten für Erwachsene über 65 Jahre vor.
Beobachtungen einer nach Markteinführung durchgeführten Impfkampagne in Grossbritannien:
Beurteilungen zur Effektivität des Impfstoffes im Rahmen des Routine Impfprogrammes in Grossbritannien (unter Verwendung von 3 Meningokokken Serogruppe C Konjugatimpfstoffen zu unterschiedlichen Anteilen) über den Zeitraum seit Einführung Ende 1999 bis März 2004 haben die Notwendigkeit einer Boosterimpfung nach Beendigung der Grundimmunisierung (3 Impfdosen im Alter von 2, 3 und 4 Monaten) aufgezeigt. Innerhalb eines Jahres nach Beendigung der Grundimmunisierung wurde die Effektivität des Impfstoffes in der Säuglingskohorte mit 93% (95% KI: 67-99) angegeben. Über ein Jahr nach Beendigung der Grundimmunisierung konnte jedoch eine Abnahme des Impfschutzes eindeutig nachgewiesen werden. Beurteilungen zur Effektivität, die auf einer geringen Anzahl von Fällen bis heute basieren, weisen auf eine mögliche Abnahme des Impfschutzes bei Kindern hin, die als Kleinkinder mit einer Einzeldosis geimpft wurden. Die Effektivität in allen Altersgruppen (bis zum Alter von 18 Jahren), die eine Erstimpfung mit Einzeldosis erhielten, liegt bis heute bei 90% und höher innerhalb und länger als ein Jahr nach der Impfung.
Pharmakokinetik
Eine Bewertung der pharmakokinetischen Eigenschaften ist für die Impfstoffe nicht erforderlich.
Präklinische Daten
Weibliche Mäuse wurden entweder vor der Paarung oder während der Trächtigkeit intramuskulär mit der doppelten klinischen Dosis des Meningokokken Gruppe C -Konjugatimpfstoffes immunisiert. Eine makroskopische Untersuchung der inneren Organe wurde bei jeder Maus durchgeführt. Alle Mäuse überlebten entweder bis zur Geburt oder bis zum Kaiserschnitt. In keiner Maus wurden unerwünschte klinische Symptome gefunden. Keine der ausgewerteten Parameter wurden durch die Verabreichung des Impfstoffes beeinflusst, weder bei erwachsenen Mäusen noch bei solchen im Fötenstadium.
Sonstige Hinweise
Inkompatibilität
Meningitec darf nicht mit anderen Impfstoffen in derselben Spritze gemischt werden.
Hinweise für die Handhabung
Während der Lagerung kann man eventuell einen weissen Bodensatz und einen klaren Überstand beobachten.
Um eine homogene weisse Suspension zu erhalten, sollte der Impfstoff vor Verabreichung gut geschüttelt werden. Sollten bei visueller Prüfung Fremdstoffe oder ein abweichendes Aussehen festgestellt werden, ist der Impfstoff zu verwerfen.
Haltbarkeit
Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit „EXP“ bezeichneten Datum verwendet werden.
Lagerungshinweise
Bei 2 – 8 °C und vor Licht geschützt aufbewahren.
Nicht gefrieren lassen. Gefrorener Impfstoff ist zu verwerfen.
Zulassungsnummer
00654 (Swissmedic)
Packungen
Suspension in Fertigspritzen zu 0,5 ml:
1 Impfdosis, 10 Impfdosen
Abgabekategorie B
Zulassungsinhaberin
Nuron Biotech GmbH, Schaffhausen
Stand der Information
Januar 2014
LLD V002